Netzdienlich(er)e Ladung des Batteriespeichers mit GoodWe Hybrid-Wechselrichter Basis: Artikel von Markus Mitterauer vom 01.05.2026, Beispiel GoodWe GW10K-ET mit Firmware 1333 und Axitec-Speicher mit 13,3 kWh. Lizenz: CC BY-SA 4.0 - Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Quelle/Lizenz: Creative Commons CC BY-SA 4.0 Ziel Diese Seite beschreibt, wie die Ladung eines Batteriespeichers an einem GoodWe Hybrid-Wechselrichter netzdienlicher eingestellt werden kann. Die Beispiele beziehen sich auf einen GoodWe GW10K-ET mit Firmware-Version 1333. Optionen und Bezeichnungen können je nach Modell, Firmware und SolarGo-Version abweichen. Was bedeutet „netzdienlich“? Netzdienlich ist ein Verhalten dann, wenn Strom möglichst dann ins Netz eingespeist wird, wenn dort viel Strom benötigt wird. Umgekehrt sollte in Zeiten mit ausreichend oder zu viel Strom möglichst wenig eingespeist werden, zum Beispiel indem der Strom direkt verbraucht oder in den Batteriespeicher geladen wird. Der Strombedarf im Netz variiert nach Tageszeit, Wochentag und Jahreszeit. Grundsätzlich ist der Bedarf morgens und abends häufig am höchsten. Nachts und mittags ist der Bedarf meist geringer; in sonnigen Monaten kann es mittags auch Überschüsse geben. Ein guter Indikator für den Strombedarf sind die Börsenstrompreise, zum Beispiel die stündlichen Day-Ahead-Auktionspreise der APG. Ausgangssituation: Standardverhalten Viele Anlagen sind so konfiguriert, dass PV-Überschuss zuerst den Batteriespeicher lädt. Erst wenn die Batterie voll ist, wird ins Netz eingespeist. Das hat zwei Nachteile: Der morgendliche Strombedarf im Netz muss aus anderen Quellen gedeckt werden. Die Batterie erreicht früh einen Ladestand von 100 % SoC und bleibt dann lange vollgeladen. Das kann sich ungünstig auf die Lebensdauer der Batterie auswirken. Möglichkeiten am GoodWe Hybrid-Wechselrichter Bei GoodWe Hybrid-Wechselrichtern gibt es drei Möglichkeiten, das Ladeverhalten des Batteriespeichers zu beeinflussen: Begrenzung des Batterie-Ladestroms „Verzögertes Laden“ / „Smart Charging“ / „Delayed Charging“ „Time-of-Use“ / TOU-Modus Achtung: Ob eine derartige Einspeisung ins Netz zulässig ist, muss mit dem jeweiligen Netzbetreiber abgeklärt werden. Konfigurationsänderungen erfolgen auf eigene Gefahr und sollten mit einer geeigneten Fachkraft, zum Beispiel dem Installateur der PV-Anlage, abgestimmt werden. Bei falschen Einstellungen sind Schäden an den Geräten nicht ausgeschlossen. Hinweis: Für die folgenden Einstellungen wird ein Smartphone mit aktueller GoodWe-„SolarGo“-App benötigt. Das Smartphone muss sich im selben WLAN wie der Wechselrichter befinden. Passwörter finden sich in der Anlagendokumentation oder können beim Installateur erfragt werden. Weitere Hinweise: Siehe auch das SolarGo-Benutzerhandbuch . Optionen können je nach Wechselrichter-Modell oder Firmware-Version variieren. Für Firmware-Aktualisierungen den Installateur oder den GoodWe-Kundendienst kontaktieren. Verbindung mit der SolarGo-App SolarGo öffnen. In der Geräteliste per WLAN verbinden. Die App sucht automatisch nach Geräten im selben Netzwerk. Einige Sekunden warten, bis die Seite vollständig geladen ist. Rechts unten die Einstellungen öffnen. Option 1: Batterie-Ladestrom begrenzen Durch die Begrenzung des Batterie-Ladestroms wird nicht der gesamte morgendliche PV-Überschuss sofort in die Batterie geladen. Stattdessen wird nur bis zu einer eingestellten maximalen Stromstärke geladen; der restliche Überschuss wird ins Netz eingespeist. Dadurch lädt die Batterie langsamer. Vorsicht: Die Ladeleistung hängt von der Spannung des Batteriesystems und von der Anzahl der Batteriemodule ab. Sie ist daher je Installation unterschiedlich. Der Ladestrom muss anlagenspezifisch eingestellt werden. Grundformel: Leistung = Spannung × Strom . Pfad in SolarGo Einstellungen öffnen. Batteriefunktion auswählen. Parametereinstellungen öffnen. Maximaler Ladestrom einstellen. Hinweis zur Übersetzung in der App: „Reichweite“ meint hier „Bereich“. Option 2: „Verzögertes Laden“ / „Smart Charging“ / „Delayed Charging“ „Verzögertes Laden“ ist eine Variante des Selbstnutzungsmodus. Dabei kann der Wechselrichter so eingestellt werden, dass morgens zunächst mehr PV-Überschuss eingespeist wird und die priorisierte Batterieladung erst ab einer gewählten Uhrzeit beginnt. Hinweis: Möglicherweise muss der Wechselrichter am Ende der Konfiguration neu gestartet werden. Die Einstellung daher nur vornehmen, wenn ein Neustart möglich ist. Pfad in SolarGo Einstellungen öffnen. Schnelle Einstellung auswählen. Bei den nächsten Schritten jeweils Next drücken, bis der Arbeitsmodus ausgewählt werden kann. Verzögertes Laden auswählen. Spitzenstrom-Verkaufsgrenze setzen. PV priorisiert das Laden der Batterie aktivieren. Unter Ladezeit starten Uhrzeit und Monate auswählen. Mit speichern bestätigen. Beim Arbeitsmodus mit Next fortfahren. Auf Vollständig drücken. Routinebetrieb auswählen und mit OK bestätigen. Einen eventuellen Hinweis zum Neustart bestätigen. Bedeutung der „Spitzenstrom-Verkaufsgrenze“ Die Spitzenstrom-Verkaufsgrenze limitiert die Einspeiseleistung ins Netz. Der Wert wird in Promille der Nennleistung angegeben und muss größer als 0 sein. PV-Überschuss oberhalb dieser Grenze wird in die Batterie eingespeichert. Die Begrenzung gilt bis zu der unter Ladezeit starten eingestellten Uhrzeit. Ist die Batterie voll, wird wieder unbegrenzt eingespeist. Hinweise zur Übersetzung in der App: „Reichweite“ meint „Bereich“. „pro Monat“ meint „alle Monate“. Für Details siehe auch die GoodWe-Lösungsanleitung Wohngebäude-Smart-Wechseleinrichtung, Abschnitt „Verzögerter Lademodus“ ab Seite 42: GoodWe-Lösungsanleitung Wohngebäude-Smart-Wechseleinrichtung . Option 3: Kombination aus begrenztem Ladestrom und verzögertem Laden „Begrenzter Ladestrom“ und „verzögertes Laden“ können kombiniert werden. Dadurch lässt sich die Einspeisung rund um den Produktionshöhepunkt stärker reduzieren und die Batterie wird später voll. Option 4: „Time-of-Use“ / TOU-Modus Der TOU-Modus wurde im Ausgangsartikel noch nicht getestet; daher enthält diese Wiki-Version keine Anleitung dazu. Weitere Informationen dazu finden sich im Wechselrichter-Handbuch sowie in der GoodWe-Lösungsanleitung Wohngebäude-Smart-Wechseleinrichtung ab Seite 40: GoodWe-Lösungsanleitung Wohngebäude-Smart-Wechseleinrichtung . Kurzfazit Für eine netzdienlichere Batterieladung gibt es zwei praktisch beschriebene Stellhebel: Batterie-Ladestrom begrenzen: Die Batterie wird langsamer geladen, morgendlicher Überschuss kann früher ins Netz gehen. Verzögertes Laden aktivieren: Die priorisierte Batterieladung startet erst zu einem festgelegten Zeitpunkt. Die Kombination beider Einstellungen kann helfen, die Einspeisung besser über den Tag zu verteilen und hohe Einspeisespitzen zur Mittagszeit zu reduzieren. Die Originalversion der Anleitung ist hier auch als PDF erhältlich: GW-Netzdienlichkeit_2026-05-01.pdf